Die Leserbriefdiskussion (Januar 2001)
Leserbrief des Herrn Geiger aus der Mainpost vom 03.01.2001

Leserbrief des Herrn Geiger aus der Mainpost

Gegendarstellung des Herrn Schramm aus der Mainpost

Es ist schon traurig, auf welches Niveau die Volkacher Leserbriefspalte inzwischen abgesackt ist. Nichts gegen sachliche Argumente, aber der Rundumschlag zu dem Herr Geiger anscheinend in einem Anfall von nachweihnachtlicher Depression ausholt, der ist leider ein übles Gebräu von Verleumdungen und Beinahe-Beleidigungen. Keiner der dort Angegifteten hat es verdient, dass dieser übelriechende Kübel mitten auf der Lokalseite über ihm ausgegossen wird. Erstaunlich auch die "Penetranz" (um dieses nette Wort aufzugreifen) mit der da übelste Unterstellungen konstruiert werden. So sind etwa die Ausführungen zu Nachschussforderungen an die Gemeinden sachlich und juristisch unrichtig. Im besten Fall drängt sich da noch das alte Sprichwort auf: "Wer schlecht denkt, der ist selber schlecht". Der Mann hätte da besser einen Schoppen trinken sollen ­ muss ja nicht gerade auf der Hallburg sein! Um es für alle anderen Leser noch einmal klar zu sagen: Ziel der Mainschleifenbahn GmbH ist der fahrbereite Erhalt der Trasse, kein eigener Bahnbetrieb! Auch das Stra-ßenbauamt kauft ja nicht die Mercedes, Porsches und all die anderen schönen Au-tos, die über seine Straßen rollen. Es übernimmt auch nicht deren laufende Kosten für Steuer, Versicherung und Sprit! So ist es auch bei der Bahntrasse. Zu den Kosten: für den laufen-den Unterhalt sind nach dem geplanten Stufenkonzept keine 20.000 DM jährlich nö-tig. Und ein großer Teil der in dieser Summe eingerech-neten Arbeiten kann ehren-amtlich erledigt werden. So sind allein in den letzten 14 Tagen bei bitterer Kälte fast 100 Arbeitsstun-den abgeleistet worden. Außerdem: niemand von uns denkt daran die Gemeinden auszuplündern! Wie in jedem soliden Verein oder Unternehmen kann nur das ge-macht oder ausgegeben werden, was auch bezahlt werden kann. Alles andere sind Behauptungen der besonderen Art. Was die Politiker angeht: wenn sie den Schienenweg nach Volkach als eine Art Zukunftsversicherung erhalten wollen, zeigen sie vielleicht mehr Weitsicht als der Leserbriefschreiber. Bleibt die Trasse, können eines fernen Tages auch wieder Berufspendler per Bahn nach Würzburg fahren oder Güterzüge rollen. Beides in Zukunft vielleicht wieder wichtige Standortfaktoren. Wer jeden Tag nach Würzburg zur Arbeit fahren muss, der weiß was ein (Zweit)Pkw kostet. Und mancher würde dieses Geld lieber auf die hohe Kante legen und mit dem Zug fahren. Aber das steht derzeit nicht zur Diskussion und damit auch keine jährlichen Millionensummen! Zur Tourismusbahn: es gibt inzwischen eine Menge derartiger Strecken. Was spricht dagegen, dass ein potentieller Interessent im Sommer auf der Mainschleifenbahn fährt? Auf eigenes Risiko, gegen einen Trassenpreis und ohne "eine ganze Region in finanzielle Haftung zu nehmen". Mir erscheint das nur vernünftig. Wer Interesse hat: mehr Informationen über solche Bahnen finden sich auf den Eisenbahn-Links unserer Internetseiten (www.mainschleifenbahn.de ) oder im Kursbuch der deutschen Museums-Eisenbahnen. Auch ein Ausflug zur Dampfbahn Fränkische Schweiz nach Ebermannstadt ist sehr zu empfehlen. Und übrigens: auch Landrat Dr. Steigerwald (Kreis Rhön-Grabfeld) hatten wohlwollende Gemüter geraten lieber mit seiner Modelleisenbahn zu spielen. Inzwischen ist das Freilandmuseum Fladungen wieder auf der Schiene zu erreichen und die Muse-umsbahn erfreut sich größter Beliebtheit! Bei Anwohnern, Akteuren und Fahrgästen. Und wenn es sein soll/muss, dann können ab sofort wieder Personenzüge von Fladungen bis Würzburg fahren. Hat doch was ­ oder? Dr. Wolfgang Schramm, IG Mainschleifenbahn