Wir - der Förderverein Mainschleifenbahn e.V.
sind kein kommerzielles Eisenbahnunternehmen, sondern ein rein ehrenamtlich arbeitender Verein. Manche von uns haben einen Eisenbahner-Hintergrund, andere verbindet vor allem die Begeisterung für unsere Region und ihre Geschichte. Gemeinsam setzen wir uns dafür ein, ein bedeutendes Stück regionaler Verkehrs- und Kulturlandschaft zu bewahren – die Mainschleifenbahn, die heute fest zur Identität der Mainschleife gehört.
Unsere Arbeit erfolgt vollständig ehrenamtlich. Alle Einnahmen fließen direkt in den Erhalt der Strecke, der historischen Fahrzeuge und des Bahnbetriebs. Mit viel Leidenschaft, unzähligen Arbeitsstunden und großem Zusammenhalt engagieren wir uns dafür, dass die Mainschleifenbahn auch künftig Menschen begeistert und die Region verbindet.
Die Anfänge
Die Geschichte unseres Vereins begann im Frühjahr 1994. Damals kündigte die Deutsche Bahn an die Gleise abzubauen. Für uns und viele Menschen in der Region war klar: Diese Strecke darf nicht verschwinden. Deshalb gründeten engagierte Eisenbahnfreunde, Bürgerinnen und Bürger sowie Unterstützer aus der Region die „Interessengemeinschaft Mainschleifenbahn“ – kurz IGM. Aus dieser Initiative entstand später unser heutiger Förderverein.
Von Anfang an verfolgten wir ein klares Ziel: die Strecke zu erhalten und ihr eine neue Zukunft zu geben. Gemeinsam mit Unterstützern aus Politik, Verwaltung und Fachplanung entwickelten wir Konzepte für einen touristischen Bahnbetrieb und langfristig auch für eine mögliche Rückkehr des Schienenpersonennahverkehrs.
Am 1. Juni 1996 wurde für die Menschen in der Region erstmals erlebbar, welches Potenzial in einer modernen Reaktivierung des Schienenpersonennahverkehrs steckt. Gemeinsam mit der WVV, dem Ingenieurbüro SEIB und dem Fahrzeughersteller Talbot gelang es der damaligen IGM, für einen Tag Pendelfahrten zwischen Volkach und dem Würzburger Hauptbahnhof anzubieten. Die Resonanz in der Bevölkerung war überwältigend und zeigte eindrucksvoll, wie groß das Interesse an einer Rückkehr der Bahn war.
Doch die Hoffnung erhielt wenig später einen schweren Rückschlag: Am Aschermittwoch 1998 erklärte der damalige Verkehrsminister Dr. Otto Wiesheu das Aus für sämtliche geplanten Bahnreaktivierungen in Bayern. Damit wurde auch eine bereits beauftragte umfassende Untersuchung der alten Mainbrücke gestoppt.
Wiederbelebung als Touristikbahn
Ein besonderer Meilenstein war der Freischnitt der Strecke im Dezember 1999. Mit zahlreichen ehrenamtlichen Helfern machten wir die rund zehn Kilometer lange Trasse wieder zugänglich. Viele von uns arbeiteten damals sogar während ihres Weihnachtsurlaubs auf der Strecke. Bäume wurden entfernt, Gleise freigeräumt und erste Voraussetzungen für die Reaktivierung geschaffen. Dieser Einsatz zeigt bis heute, wie viel Herzblut und Gemeinschaft in unserem Verein steckt.
In den folgenden Jahren investierten wir unzählige Stunden in die Instandsetzung von Gleisen, Bahnübergängen und technischen Anlagen. Gleichzeitig mussten Genehmigungen eingeholt, Prüfungen durchgeführt und zahlreiche organisatorische Hürden bewältigt werden. Schließlich war es geschafft: Im Jahr 2003 erhielt die Betriebsgesellschaft Mainschleifenbahn die Zulassung als öffentliche Eisenbahn. Am 13. September 2003 fuhr erstmals wieder ein Zug nach Volkach – ein Moment, den wir bis heute nicht vergessen haben.