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Für unsere Fahrgäste beginnt der Fahrtag morgens um 10:45 Uhr mit der ersten Fahrt von Seligenstadt nach Volkach und endet um 18:10 Uhr mit der Ankuft in Seligenstadt. Was davor und danach passiert wollen wir Euch in diesem Beitrag einmal aufzeigen:
Anders als bei einem PKW muss beim Schienenbus ein umfassender Vorbereitungsdienst durchgeführt werden. Aufschluss darüber was zu erledigen ist gibt das offizielle Handbuch und ein Leitfaden von der „Gewerkschaft der Eisenbahner Deutschlands“ aus den 60er Jahren.
Dazu zählen in erster Linie die Überprüfung der Schmier- und Betriebsstoffe wie Motoröl, Spurkranzfett und Bremssand. Zum anderen das Betanken mit Luft und auch eine Bremsprobe sowie der Blick von unten. In unserer Halle in Prosselsheim, in welcher der Schienenbus untergestellt und gewartet wird haben wir eine Untersuchungsgrube welche uns die Arbeit und Untersuchung am Fahrzeug erleichtert.

Für unseren Zugleiter (Fahrdienstleiter) und Fahrkartenverkäufer in Personalunion beginnt sein Dienst damit die Sperrung der Strecke aufzuheben und entsprechend in seinem Meldebuch zu vermerken. Da unsere Strecke nicht jeden Tag befahren wird muss sich der Zugleiter auch einen Überblick darüber verschaffen was die Woche über auf der Strecke und rundherum passiert ist und vorhandene Eintragungen im Meldebuch genauestens lesen. Wenn es z.B. in der vergangenen Woche ein Unwetter gab und die Befahrbarkeit der Strecke nicht bekannt ist muss er eine vorherige Fahrt mit einem Baufahrzeug anordnen um die Befahrbarkeit der Strecke festzustellen.
Sofern alles in Ordnung ist fungiert er als Rangerleiter und unterstützt den Triebfahrzeugführer nach seinem Vorbereitungsdienst den Schienenbus von Gleis 1 (Hallengleis hinter der Gleissperre) an Gleis 2 auf die Strecke zu rangieren, von wo aus dann kurz darauf die Leerfahrt nach Seligenstadt beginnt.

Neben dem betrieblich Notwendigen sind noch zahlreiche andere Aufgaben zu erledigen: Der Zugleiter zählt sein Wechselgeld und holt sich genügend Fahrkartenblöcke Fahrkarten. Die Getränke zum Verkauf und die Papierkörbe für die Haltepunkte müssen in den Zug geladen werden. Die Flyer im Zug müssen aufgefüllt werden und ein kurzer Blick ob alles im Zug in Ordnung ist gehört für den Zugleiter auch zur guten Schule.
Ungefähr zeitgleich nimmt der Verkäufer an der Endstation in Astheim seinen Dienst auf und bringt die Souvenirs an Ort und Stelle, bestückt den Kühlschrank Wein, Edelbränden und anderen Getränken und stellt die Sitzgelegenheiten am Brückendenkmal auf, sodass alles vorbereitet ist wenn der erste Zug aus Seligenstadt um 11:15 Uhr ankommt.
Nachdem um 18:15 Uhr in Seligenstadt alle Fahrgäste ausgestiegen sind beginnt unsere Einrückfahrt zurück nach Prosselsheim; dann geht wieder alles rückwärts: Getränke ausladen, Papierkörbe ausleeren und groben Müll im Schienenbus aufheben. Nicht zu vernachlässigen ist auch die Fahrkartenabrechnung, welche der Zugleiter zeitnah erledigen muss. Später am Abend oder am nächsten Tag kommt dann noch unsere Putzfee und macht den Schienenbus sowie die Toiletten in Astheim wieder frisch für den nächsten Betriebstag.
Und so geht der Schienenbus dann wieder zurück in seinen Bau und freut sich schon auf den Einsatz am nächsten Sonntag.
Wir freuen uns schon auf Ihre Mitfahrt!
Ihre Mainschleifenbahn.
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An den Bahnübergängen beim „Weißen Haus“ und an der „Sprungschanze“ vor Prosselsheim sind die von der Straße aus gut einsehbaren Schaltschränke aufgebrochen und geplündert worden. Ebenso gezielt wie sorgfältig haben die Täter die Relaisgruppen LoG1/Log1a, LoG2 und LoZ1 (Pintsch-Bamag Lo 1/57) ausgebaut. Eine Relaisgruppe hing im wahrsten Sinn des Wortes nur noch an einer Schraube. Es ist zu vermuten, dass die gestohlenen Teile irgendwo wieder eingebaut werden sollen.
Angesichts der schwierigen Ersatzteillage bei den Lo 1/57 Baugruppen trifft uns dieser Raubzug schwer. Die Polizei ermittelt. Wir warnt vor dem Ankauf oder Einbau der gestohlenen Baugruppen und bitte um sachdienliche Hinweise zur Klärung der Aufbrüche. Für Hinweise die zur Ermittlung der Täter führen hat die MSB eine Belohnung von 500 Euro ausgesetzt. Mitteilungen bitte an die Polizeiinspektion Würzburg Land, Ermittlungsgruppe (0931 / 457 – 0) oder an info@mainschleifenbahn.de
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Liebe Fahrgäste und Freunde der Mainschleifenbahn,
um auch in dieser Saison wieder alle unsere Fahrgäste sicher und pünktlich wie eh und je von A nach B zu bringen findet jedes Jahr speziell für unsere Lokführer und die, die in Kürze den Führerschein machen möchten, ein Fortbildungsunterricht statt.
Damit auch wir kleinen Eisenbahner den Anschluss an die sich ständig ändernde Welt der Gesetze und Vorschriften nicht verlieren besucht uns zu diesem Zweck jedes Jahr Jürgen Hauser, ehemaliger Ausbilder bei DB Fernverkehr, und bringt uns auf den neusten Stand und zeigt uns bewährte Tipps und Tricks im Umgang mit unserem historischen Fahrzeug – denn es gibt einiges zu beachten:
Dieses Jahr stand eine Auffrischung zum Thema „Bremstechnik beim VT98“ auf dem Programm. Es wurden die Grundlagen abgefragt, welche alle Lokführer mit Leichtigkeit beantworten konnten. Vor allem aber legte unser Ausbilder ein Augenmerk auf die Störungsbehebung. Denn anders als bei anderen, großen Eisenbahnunternehmen, haben wir keinen technischen Notdienst, der bei Störungen am Fahrzeug ausrückt oder ein Ersatzfahrzeug, dass einfach bereit gestellt werden kann. Es liegt bei uns in der Verantwortung des Lokführers kleinere Störungen und Zicken des Fahrzeuges unterm Tag zu beheben. Angesichts der Tatsache, dass in unserer nun fast 20-jährigen Geschichte kein einziger Fahrtag ausfallen musste und nie größere Verspätungen aufgetreten sind, können wir sicher sein, dass unsere Lokführer, auch dank unseres kompetenten Ausbilders, dieser Aufgabe gute gewachsen sind und bisher auch immer mit Bravour meisterten.
Zum Abschluss stand noch eine Leer- oder Lehrfahrt, je nach dem wie man sie bezeichnen möchte, auf dem Programm. Hier achtete Jürgen Hauser auch darauf, dass korrekt die Gänge geschalten wurden um ein Ruckeln beim Einlegen des nächsthöheren Ganges zu vermeiden.
Alles in allem sind wir gut auf die kommende Saison vorbereitet und freuen und Sie dieses Jahr wieder an Bord unseres Schienenbusses begrüßen zu dürfen. Nach längerer Wartung (Hauptuntersuchung) steht dieses Jahr auch wieder unser VS (Steuerwagen) zur Verfügung. Daher nehmen wir nun auch gerne wieder Reservierungen ab 20 Personen entgegen, weiterhin ist auch wieder die Mitnahme von Fahrrädern und Kinderwagen möglich.
Ein kleiner Hinweis noch in eigener Sache: Da wir kein öffentliches Verkehrsmittel sind können wir leider das 9-Euro-Ticket nicht anerkennen und auch keinen Rabatt bei Vorlage dieses gewähren. Wir erhalten keine Fördermittel aus dem Topf, den der Bund geschaffen hat, um die Einnahmeausfälle hierdurch zu kompensieren.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch
Ihr Team der Mainschleifenbahn.
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Liebe Freunde und Mitglieder der Mainschleifenbahn,
nach längerer Coronapause fand dieses Jahr am 22.05.2022 wieder unser jährlicher Vereinsausflug statt. Dass nicht nur wir, die Vorstandschaft, sondern auch unsere Mitglieder sich darauf freuten war an der großen Beteiligung zu sehen. Unsere gecharterte Gummieisenbahn (ein Omnibus der Firma HZ aus Sommerach) war sehr gut gefüllt.
Die Dampfbahn fränkische Schweiz ist genau so wie wir ein eingetragener Verein, der die Bahnstrecke Ebermannstadt-Behringersmühle in ehrenamtlicher Arbeit betreibt. Es ist nur alles etwas größer. Das haben wir bereits vom Bahnhof Ebermannstadt mit Blick auf das Betriebswerk gesehen.
Der Tag begann mit einer Werkstattführung durch einen ehrenamtlichen Helfer der DFS. Hier hat uns vor allem die große Anzahl an verschiedenen Lokomotiven und Wagen beeindruckt, haben wir doch ,,nur“ unseren Schienenbus und ein paar Baufahrzeuge wie Bagger und SKL. Wir lauschten gespannt den Erzählungen unseres Gästeführers, der uns von den aktuellen Projekten erzählte, welche unter anderem auch einen Schienenbus anderer Bauart umfasst. Besonders beeindruckt waren wir von einer elektrisch betriebenen Akku-Lokomotive aus den 60er Jahren, welche die Strecke einmal komplett abfahren kann.

Ehe wir uns umsahen fuhr auch schon der Dampfzug aus Behringersmühle ein. Wir hatten den ersten Wagen, direkt hinter der Lok, reserviert. Die große Maschine war vor allem für die kleinen und großen Kinder sowie die technikbegeisterten unter uns interessant. Es dauerte nicht lange, da kam schon die Schaffner und der Zugführer, welche Stilecht in Bundesbahn-Dienstkleidung der 50er-70er Jahre gekleidet waren und wollten unsere Fahrkarten sehen. Selbstverständlich hatten wir diese sofort parat. Manche nutzten die Gelegenheit für ein Bild mit den Beamten.
Als wir in Behringersmühle ankamen, nutzten wir die Gelegenheit und schauten beim Umsetzen der Lok von nun hinten nach vorne zu. Kurz darauf ging es auch schon wieder zurück Richtung Ebermannstadt.

Alles in allem ein gelungener Tag und schöner Ausflug für unsere Mitglieder. Möchten auch Sie nächstes Jahr dabei sein, so haben Sie natürlich die Möglichkeit Mitglied in unserem Verein zu werden.

Wir freuen uns schon aufs nächste Jahr und die kommende Saison auf unserer Strecke.
Die Vorstandschaft
Förderverein Mainschleifenbahn e.V.
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Am 13. September 2003 eröffnete der Förderverein Mainschleifenbahn seinen Tourismusverkehr zwischen Volkach-Astheim und der DB-Station Seligenstadt b.W. Seither rollt der rote Schienenbus Jahr für Jahr zwischen Mai und Oktober über diese 1909 fertig gestellte Bahnstrecke und bietet den Reisenden Blicke in die Landschaft, die Autofahrern verborgen bleiben.
Für die ehrenamtlichen Eisenbahner war das zwanzigjährige Jubiläum Anlass, um an der Station Volkach Astheim zu einem kleinen Bahnhofsfest einzuladen. Bei strahlendem Sonnenschein und spätsommerlichen Temperaturen nutzen viele Einheimische und Touristen die Gelegenheit, um sich am Verpflegungsstand zu stärken oder mit dem Schienenbus mitzufahren. Mit neuen Werbebannern beklebt, wird dieser noch bis 15. Oktober an jedem Sonn- und Feiertag fahren. Zum Jahresabschluss sind dann wieder die traditionellen Nikolausfahrten geplant.

Mit einem kleinen Fest erinnerte der Förderverein am Haltepunkt Astheim an die Wiedereröffnung der Mainschleifenbahn am 13.9.2003.
In der Rückschau ist es ein kleines Wunder, dass die Mainschleifenbahn wieder fährt. Eigentlich hatte die Bundesbahn für den 17.7.1995 den Beginn der „Rückbauarbeiten“ angekündigt, doch die damalige Interessengemeinschaft Mainschleifenbahn organisierte den Widerstand auf allen Ebenen. Sogar der damalige Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der CSU-Landesgruppe Michael Glos intervenierte bei der Bahn. Gemeinsam gelang es die Bagger zu stoppen. Im Folgejahr 1996 pendelte am 1. Juni sogar der Prototyp des damals revolutionären Talent-Triebwagens zwischen Astheim und Würzburg. Zunächst sah es aus, als würde die Strecke auf Anregung des bayerischen Wirtschaftsministeriums als Testfall für den Betrieb privatisierter Strecken reaktiviert. Doch am Aschermittwoch 1998 scheiterten am Widerstand des damaligen Verkehrsministers alle Versuche die Volkacher und einige andere bayerische Strecken für den SPNV zu reaktivieren.

Der Traum vom schnellen Nahverkehr I: am 1.6.1996 pendelte der damals brandneue Prototyp des TALENT Triebwagens zwischen Astheim und dem Würzburger Hauptbahnhof.
Trotzdem gab die damalige Interessengemeinschaft Mainschleifenbahn nicht auf. Nach dreijähriger Vorarbeit hatte es der nunmehrige Förderverein geschafft, die 1994 von der DB stillgelegte Strecke anzupachten, freizuschneiden und wieder betriebsfertig herzustellen. Seit 9. Juli 2003 ist sie eine öffentliche, nicht-bundeseigene Eisenbahn mit einer unbeschränkten Zulassung bis 2052. Bis es soweit war, sind 4.237 ehrenamtliche Arbeitsstunden nötig gewesen. Der Freistaat Bayern und Kitzingens Landrätin Tamara Bischof unterstützten das Projekt mit Zuschüssen von jeweils 125.000 Euro. Parallel dazu musste der Verein ein eigenes Eisenbahn-Infrastruktur-Unternehmen gründen, qualifizierte Betriebsleiter finden, Personal ausbilden und amtlich prüfen lassen sowie schließlich auch noch einen Schienenbus finden und antransportieren lassen.
Freie Fahrt für die neue Mainschleifenbahn am 13.09.2003:
Der Volkacher Ratsherr Waldemar Sperling (Mitte) sowie die ehemaligen MdL Karin Radermacher SPD (links) und Franz Brosch CSU (rechts) durchschneiden das Band

Mit dem aus dem Fahrbetrieb erwirtschafteten Geld können seither der Schienenbus, Versicherungen, Gebühren, der Unterhalt der Strecke sowie Kauf und Betrieb der für Streckenarbeiten nötigen Baumaschinen finanziert werden. In den Folgejahren baute der Verein in Prosselsheim eine Abstellanlage samt Halle und Wartungsgrube und renovierte das dortige Bahnhofsgebäude. 2011 war es endlich möglich, der DB die 10 km lange Strecke für einen sechsstelligen Betrag abzukaufen. Nach dem Neubau der Volkacher Mainbrücke konnte 2014 Astheimer Haltepunkt auf den Brückenkopf und neben das vom Verein frisch renovierte Brückenhaus verlegt werden.



Die Aktivitäten der Mainschleifenbahner beschränken sich nicht alleine auf den Fahrbetrieb. Jährlich sind einige Hundert Arbeitsstunden für die Wartung und Überholung des Schienenbusses, den Streckenunterhalt und für Verwaltungsaufgaben nötig. Alles muss stimmen, einen „Museumsbahn-Bonus“ gibt es nicht – auch wenn das mancher glaubt. Regelmäßig werden Fahrzeuge, Personal und Strecke von der Landeseisenbahnaufsicht inspiziert und geprüft.
Doch nicht nur die Vereinsmitglieder haben Freude an ihrem Zug. Auch die Orte an der Mainschleife haben seit 2003 ein touristisches Alleinstellungsmerkmal das Jahr für Jahr nicht nur Tausende von Touristen in die Region lockt. Eine wissenschaftliche Studie ergab, dass allein 2008 ca. 8.000 Personen nur wegen der Bahn gekommen waren. Sie sorgten in Volkach für einen zusätzlichen Umsatz von ca. 112.000 Euro. Inzwischen fahren jedes Jahr um die 11.000 Fahrgäste im Schienenbus mit, Tendenz nach Corona wieder steigend
Schließlich garantiert die Arbeit der Ehrenamtlichen, dass noch immer die Option besteht, in naher Zukunft mit dem Zug von Volkach nach Würzburg (oder umgekehrt) fahren zu können. Die Reisezeit in einem modernen, batterie-elektrischen Triebwagen würde knapp unter einer halben Stunde liegen.

Der Traum vom schnellen Nahverkehr II: Elektrisch mit Strom aus Oberleitung bis Seligenstadt, dann mit Batterie an die Mainschleife.
Prototyp in Gunzenhausen (5.2.2022).
Um das möglich zu machen, haben die Landkreise Kitzingen und Würzburg im Mai 2021 eine kommunale Gesellschaft gegründet, die Mainschleifenbahn Infrastruktur Gesellschaft – kurz MIG. Sie ist seither für die Reaktivierung der Bahnverbindung von Volkach nach Würzburg zuständig. Sollten eines Tages wirklich Züge rollen, dann würden sie vom Freistaat Bayern bestellt und bezahlt, nicht aus der Kreiskasse.
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„Letzter Seufzer des „Säufer-Bähnles“, so lautete Ende September 1968 die Überschrift eines kleinen, zweispaltigen Artikels mit dem eine Tageszeitung das „Vogelsburg-Bähnle“ verabschiedete. Zwanzig Jahre lang, ab 1887 hatte sich die Stadt Volkach um einen Bahnanschluss bemüht. 1909 war es schließlich soweit. Doch nur 59 Jahre später endete der Personenzugverkehr an die Mainschleife. „750 000 DM hat die Anlage einst gekostet“ – so war 1968 zu lesen. „Selten wurde mit einer solchen Summe sovielen Menschen soolange Zeit soviel Vergnügen geschenkt“.

Am Samstag, dem 28. September 1968 rollte der letzte Personenzug von Würzburg in den Volkacher Bahnhof. Immerhin wurde er statt von einer Dampflok bereits von einer der damals modernen Dieselloks der Baureihe V 100 gezogen. Angehängt waren vierachsige „Umbauwagen“, seinerzeit durchaus komfortable Waggons. Empfangen wurde der Zug von einer kleinen Gruppe mit Volkachs letztem Bahnhofsvorsteher Paul Rinke (1924-2000) an der Spitze.
Allerdings, dieser moderne Zug pendelte 1968 nur einmal am Tag zwischen Volkach und Würzburg. Alle anderen Fahrten hatte inzwischen der Bahnbus übernommen. Wenig geliebt – so damalige Umfragen – war er hier bereits ab 1963 immer häufiger im Einsatz, von Jahr zu Jahr wurde der Bahnfahrplan ausgedünnt. Wer konnte, der nutzte daher immer häufiger Moped, Motorrad oder sein eigenes, neu gekauftes Auto. Gleichzeitig mit dem Personenzugverkehr endeten 1968 in Eisenheim und Prosselsheim auch der Gepäck-, Express- und Stückgutverkehr. Ersatzstationen war nun Volkach und Seligenstadt b.W.



Seltene Erinnerungsstücke an die Zeit, als die Bahn noch das Verkehrmittel Nr. 1 war: Fahrkarten mussten damals nach Reisende eigentlich an der Bahnsteigsperre abgegeben werden. Die Arbeiterwochenfahrkarte für die 2. Kalenderwoche 1957 ist 2004 beim Abbruch des Volkacher Güterschuppens gefunden worden.
Güterzüge und touristische Sonderfahrten rollten noch bis 1991 an die Mainschleife, letzte Großkunden der DB waren die Bundeswehr und ein großes Tanklager, das jährlich über 100.000 Tonnen Mineralölprodukte erhielt. Zum 30. September 1991 sperrte die Bundesbahn schließlich die alte Volkacher Mainbrücke aus „technischen Gründen“. Die Demontage der Bahnstrecke war für Juli 1995 fest eingeplant.
Bekanntlich ist es anders gekommen: einer privaten Initiative gelang es den Abriss zu vermeiden und die von der DB stillgelegte Strecke wieder zu beleben. Seit zwanzig Jahren pendelt nun der Schienenbus des Fördervereins Mainschleifenbahn zwischen Volkach und Seligenstadt.
Inzwischen erlebt der Personennahverkehr auf der Schiene deutschlandweit eine Renaissance. Ob eines Tages wieder moderne Triebwagen in einer knappen halben Stunde von Volkach nach Würzburg rollen werden, liegt derzeit vor allem in den Händen der von den Landkreisen Kitzingen und Würzburg getragenen Mainschleifenbahn Infrastruktur GmbH – kurz MIG. Die vom Freistaat für eine Wiederaufnahme des SPNV geforderte Schwelle des Fahrgästepotentials von 1.000 Reisendenkilometern ist mit 1.400 auf jeden Fall deutlich überschritten.
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Im Fahrplanentwurf der künftigen Regio-S-Bahn Mainfranken ist eine reaktivierte Mainschleifenbahn bereits eingearbeitet: mit modernen Fahrzeugen jede Stunde in knapp 30 Minuten von Volkach nach Würzburg und umgekehrt. Am Hauptbahnhof dann gut vertaktete Anschlüsse an den Regional- und Fernverkehr oder in das Würzburger Straßenbahn und Omnibusnetz. Das vom Freistaat für die Bestellung von Zügen geforderte Reisendenaufkommen von mindestens 1.000 ist mit 1.400 deutlich überschritten. Von Seligenstadt aus gäbe es dann zusammen mit den Regionalbahnen aus Schweinfurt jede Stunde zwei Verbindungen nach Würzburg, von Rottendorf aus sogar drei. Was also im Zeitalter von Verkehrwende und 49-Euro-Ticket ein umweltfreundlicher Schritt in die Mobilität der Zukunft wäre, steht derzeit auf unsicheren Beinen – wenn man einem Bericht der Würzburger Mainpost vom 12. Oktober glauben darf, in dem ein Scheitern des drei Landkreise und die Stadt Würzburg betreffenden Projektes wegen „mangelnden volkswirtschaftlichen Sinn(s)“ nicht ausgeschlossen wird.
Beim Förderverein Mainschleifenbahn lösen diese Zeilen Kopfschütteln aus. Tatsache ist zwar, dass das von der kommunalen Mainschleifenbahn-Infrastruktur-Gesellschaft – kurz MIG – gewählte vereinfache Verfahren zur volkswirtschaftlichen Bewertung der Reaktivierung nicht den Wert erreicht hat, der nötig ist um einen 90-Prozent-Zuschuss des Bundes zu erhalten. Allerdings werden bei dem von der MIG gewählten Verfahren viele positive Faktoren nicht berücksichtigt, so touristische Fahrten oder Pendler, die nicht direkt aus den unmittelbaren Anliegergemeinden kommen. Daher begrüßen die Mainschleifenbahner, dass die MIG nun das Verfahren gewählt hat, nach dem auch die allermeisten Reaktivierungsprojekte in Bayern und Baden-Württemberg bewertet werden – die mit der Volkacher Strecke vergleichbaren Projekte übrigens alle positiv.
Allerdings wäre es auch nötig, die von den Ingenieurbüros ins Spiel gebrachten Kosten kritisch zu überprüfen. So sind beispielsweise die durch den Bau der Prosselsheimer Ortsumgehung bedingten Kosten für Bahnübergänge ebenso mit eingerechnet worden, wie ergänzende Maßnahmen auf der DB-Strecke zwischen Rottendorf und Seligenstadt. Dort ist von der MIG bislang aber nicht geklärt, wieweit sich Bahn bzw. der Bund an den Umbaukosten beteiligen. Die im DB-Bereich entstehenden Fremdkosten umfassen fast ein Drittel der von der MIG ermittelten Gesamt-Baukosten in Höhe von 19,5 Millionen. Für die Arbeiten am Gleiskörper nach Volkach werden übrigens lediglich 2 Millionen veranschlagt.
Völlig falsch ist die im Artikel aufgestellte Behauptung, dass die Strecke der Mainschleifenbahn „nicht ordnungsgemäß entwässert“ wäre. „Seit 100 Jahren besteht dort ein funktionierendes Entwässerungssystem“ so Dr. Wolfgang Schramm, der Reaktivierungsbeauftragte des derzeitigen Streckenbetreibers. Die wenigen Problemstellen sind Folge der seinerzeit ohne Rücksicht auf die Bahn durchgeführten Flurbereinigung. Sie ließen sich aber relativ einfach beseitigen. Die von dem planenden Ingenieurbüro geforderte zusätzliche „Planumsschutzschicht“ (keine Drainage wie in dem MP-Artikel geschrieben) für 11,2 Millionen wäre nicht nötig, so die Meinung von Fachleuten und Aufsichtsbehörde. Wie die seit 2002 jährlich durchgeführten Messungen zeigen, liegt das Gleis ruhig und stabil. Der Einbau einer 10 km langen, bis 30 cm starken Schicht aus Sand, Kies und Kalk würde große Eingriffe in die Natur und den Bestand der Anlagen nach sich ziehen. Bei der Reaktivierung ähnlicher Strecken hätten deren Betreiber sogar ausdrücklich darauf verzichtet, denn: „Eine Antastung des bestehenden Planums wird … für nicht sinnvoll, bzw. für äußerst problematisch gehalten, da hierdurch nicht kalkulierbare wirtschaftliche Risiken entstehen können“.
Auch der organisatorische Aufwand für die Wiederaufnahme eines regelmäßigen Schienennahverkehrs zwischen Volkach und Seligenstadt halte sich in engen Grenzen, so Dr. Christian Oßwald, der Reaktivierungsbeauftragte des Fördervereins: „Die Mainschleifenbahn ist seit 1909 planfestgestellt – auch wenn die Reaktivierungsplaner das lange nicht zur Kenntnis nehmen wollten“. Planfeststellungen wären nur für die einzelnen PR-Plätze, Zufahrten und Bahnsteigverlängerungen nötig.
Insgesamt bleibt Oßwald aber zuversichtlich, dass die Reaktivierung nicht scheitern wird. „Sie ist eine einmalige, Landkreise übergreifende Chance für die ganze Region“ und letztendlich auch eine Entlastung für die kommunalen Kassen. „Omnibusse zahlen die Kreise, die Kosten für den Bahnverkehr übernimmt der Freistaat Bayern“. Außerdem müssen die Züge den jeweiligen Streckenbetreibern für jeden gefahrenen Kilometer und jeden Stationshalt einen festgelegten Tarif erstatten – in der Regel genug, um den laufenden Unterhalt der Anlagen zu finanzieren.



Blick in die Zukunft: Moderne Hybridtriebwagen würden bei einer Reaktivierung statt des roten Schienenbusses eingesetzt. Eines Tages könnten sie zwischen Würzburg und Seligenstadt unter der Oberleitung fahren. Von Seligenstadt nach Volkach ginge es dann weiter mit Strom aus den Fahrzeugbatterien.
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Am 15. Oktober fuhr der „Roter Brummer“ zum letzten Mal nach Fahrplan in der Saison 2023. Wir bedanken uns bei allen Fahrgästen für einen erfolgreichen und unfallfreien Betrieb. Danke, dass Sie uns geholfen haben, unsere Bahn zu erhalten. Im Dezember 2023 finden noch Nikolausfahrten statt, die Sie auf dieser Seite buchen können.
Für die Saison 2024 laufen bereits die Vorbereitungen. Unsere Fahrtage werden – wie in der Vergangenheit auch – alle Sonn- und Feiertage von Mai bis Mitte Oktober sein, an besonderen Tagen wie dem Volkacher Weinfest findet ein erweiterter Betrieb statt. Den Fahrplan 2024 können Sie demnächst hier sehen.


Die Landkreise Würzburg und Kitzingen arbeiten derzeit federführend an einer möglichen Reaktivierung der Mainschleifenbahn. Die IHK Würzburg-Schweinfurt begrüßt das Vorhaben und weist auf die hohe Bedeutung der Mainschleifenbahn für Touristen und Pendler hin.
Die von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) geplante Regio-S-Bahn Mainfranken ist aus IHK-Sicht ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur Mobilitätswende in Mainfranken. Aus regionalwirtschaftlicher Perspektive sei in diesem Zusammenhang die Anbindung des touristisch bedeutsamen Wirtschaftsraumes Mainschleife an den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) von hoher Relevanz, erklärt IHK-Verkehrsreferent Simon Suffa.
Die Landkreise Würzburg und Kitzingen arbeiten derzeit federführend an einer Reaktivierung der sogenannten Mainschleifenbahn (Bahnstrecke Volkach-Seligenstadt) sowie deren Wiederanbindung an die Bahnstrecke Schweinfurt-Würzburg. Wie die bestehende Fahrgastpotenzialanalyse der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) zeigt, bietet die Mainschleifenbahn – neben einer touristischen Nutzung – insbesondere die Möglichkeit, mit Hilfe von Park-and-Ride-Anlagen entlang der Strecke Pendler aus dem weiteren Umland, beispielsweise aus dem Raum Gerolzhofen, attraktiv an die Regiopole Würzburg anzubinden. „Die von der BEG vorgelegte, ganzheitliche Betrachtung der Fahrgastpotenziale sollte allen Planungen zugrunde gelegt werden“, so IHK-Verkehrsexperte Simon Suffa.
Information:
Simon Suffa
Tel. 09721 7848-611
E-Mail: simon.suffa@wuerzburg.ihk.de
Winterhalbjahr bedeutet Bauarbeiten. Die Mainschleifenbahn ist seit Anbeginn eine „echte“ Eisenbahn und damit an dieselben gesetzlichen und technischen Regelwerke gebunden, wie jeder andere Bahnbetreiber. Unabhängig von den Vorbereitungen um eine Reaktivierung ist deshalb die Mainschleifenbahn als Eigentümer und Betreiber von Infrastruktur und Fahrzeugen verpflichtet, diese in betriebssicherem Zustand zu halten.
Neben den „normalen“ Instandhaltungsarbeiten während des ganzen Jahres bietet die Zeit außerhalb der Fahrsaison jedoch die Möglichkeit, grundlegende Arbeiten durchzuführen. Dies bedeutet aber auch, dass jederzeit mit Zugverkehr bzw. Baufahrzeugen auf der Schiene gerechnet werden muss, ebenso die Bahnübergänge in Betrieb sind und deshalb auch beachtet werden müssen.
Ebenso steht die Generalinstandsetzung und Hauptuntersuchung von Baufahrzeugen an.
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Eine Möglichkeit eines „etwas anderen Blicks über den Tellerrand“ bestand für die Mainschleifenbahner vor einigen Tagen. Die Mainschleifenbahn hatte sich an ihrem Jubiläumswochenende im September 2023 am gleichzeitig stattfindenden „Tag der Schiene“ (https://www.tag-der-schiene.de/) beteiligt. An diesem Tag hatten Unternehmen aus dem Verkehrsbereich deutschlandweit bei fast 400 Veranstaltungen für Interessierte einen Blick hinter die Kulissen ermöglicht und so für das Verkehrssystem Bahn geworben.
Die bundesweit am schnellsten ausgebuchte Veranstaltung war hierbei eine Führung durch das Stellwerk München Hauptbahnhof. Der Bayerische Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr, Christian Bernreiter, hat deshalb als Dankeschön die bayerischen Mitwirkenden, die am Tag der Schiene selbst im Einsatz waren und deshalb keine Zeit für den Besuch der Veranstaltungen blieb, zusammen mit der DB Netz einer exklusiven Führung eingeladen. Es bot sich ein einzigartiger Ausblick auf die Gleisanlagen des Münchner Hauptbahnhofs sowie ein tiefer Einblick in die Arbeiten eines Großstellwerks der Deutschen Bahn.
Anschießen bestand die Möglichkeit, mit Staatsminister Bernreiter ins Gespräch zu kommen und zu diskutieren. Wir, die Mainschleifenbahn, haben dies gerne wahrgenommen. Neben vielen interessanten Eindrücken und Austausch mit Kollegen anderer Bahnen sowie der Bahnindustrie konnte im Anschluss sehr ernsthaft und intensiv über die Möglichkeiten der Reaktivierung der Mainschleifenbahn für den SPNV gesprochen werden.Am nächsten „Tag der Schiene“ vom 20. bis 22. September 2024 sind wir wieder dabei. Mit der ein oder anderen Überraschung! Ehrensache!


